Die charisma young bulls haben ihren Hauptstadt-Aufenthalt am vergangenen Wochenende mit zwei folgenreichen Auswärtssiegen gekrönt. Mit 88:72 gewann die Kooperationsmannschaft des BBC Osnabrück und des TV Ibbenbüren am Samstag gegen das Team Bernau-Berlin-Nord, nur um 24 Stunden später auch gegen die SG Alba Wiesel Berlin mit 74:62 die Oberhand zu behalten.
Gegen Bernau eröffneten die young bulls ihre Berlin-Reise mit dem „erwartet schweren Rückspiel“ – so nannte es der mitgereiste Mario Flore. Erst ein Wochenende zuvor hatte die Mannschaft von Head Coach Torvoris Baker und seinem Assistant Joel König einen 88:69-Heimsieg errungen. Der Spielverlauf am Samstag nahm Züge einer Achterbahnfahrt an. Aus einem 20:23-Rückstand nach zehn Minuten machten die young bulls eine 46:28-Führung dank eines 16:0-Laufs im zweiten Viertel, der in der Endabrechnung wohl gewinnbringend war.
Denn die Bernauer steckten nicht auf, trimmten den Rückstand zur Mitte des vierten Viertels noch einmal auf 68:74 und vergaben ihre Chance auf die ganz große Spannung, da im Anschluss sechs Freiwürfe in Folge ihr Ziel verfehlten. Mit diesem Glück auf der eigenen Seite setzten die Gäste die letzten Nadelstiche der Partie, womit am Ende ein komfortables Ergebnis heraussprang, als es die Partie verdient hatte.
„Die Bernauer wollten ganz klar mehr als wir, haben sich aber zu unserem Glück am Ende nicht belohnen können“, lautete Flores Fazit. Eine „grausame“ Reboundstatistik machte die 37-köpfige Reisegruppe anschließend mit einem gemeinsamen Abendessen vergessen.
Das Steigerungspotenzial schöpften die young bulls nach einer Nacht Erholung im Verfolgerduell gegen die zweite JBBL-Mannschaft von Alba Berlin in Kooperation mit den Weddinger Wiesel aus. Gegen den Tabellendritten zeigte die Baker-Mannschaft nicht zuletzt im Rebounding (49:47 für die young bulls) einen verbesserten Eindruck, sondern auch im offensiven Zusammenspiel.
Dieses zündete wie einen Tag zuvor im zweiten Viertel und sorgte mit einem 11:0-Lauf für eine 27:16-Führung, die bis zum Seitenwechsel immerhin behauptet werden konnte (33:28). Das dritte Viertel entpuppte sich schließlich als spielentscheidend. Bis zur höchsten Führung der Partie beim 55:35 galoppierten die Gäste davon, sodass Flohre immerhin von einem „phasenweise richtig, richtig guten Auftritt“ sprechen konnte.
Viele Turnover in einem schnellen Spiel konnten auch im vierten Viertel nicht mehr dafür sorgen, dass die Berliner noch einmal in Schlagdistanz kamen. Dementsprechend sprang am Ende ein souveräner, wenn auch nicht immer überzeugender 74:62-Sieg heraus.
Das mit Blick auf die beiden Ergebnisse perfekte Wochenende der Osnabrücker und Ibbenbürener Kooperationsmannschaft hatte nicht nur kurzfristige Folgen. Denn schon jetzt darf man sich neben der erfolgreichen Playoff-Qualifikation auch mit der Planung für die kommende JBBL-Saison befassen.
Eine Platzierung unter den besten beiden Mannschaften der Relegationsgruppe 2 ist Bakers Truppe nicht mehr zu nehmen, was einerseits ein Playoff-Ticket und andererseits den direkten Klassenerhalt bedeutet. Am letzten Spieltag der Relegation gegen die UBC Münster am kommenden Sonntag (13 Uhr) in der Schlosswall-Halle in Osnabrück geht es nur noch darum, welche der beiden Mannschaften die Gruppe als Tabellenerster beendet.
„Das sind zwei außerordentlich positive Errungenschaften“, freute sich Flore. „Am Sonntag wartet aber noch ein Do-or-Die-Spiel auf uns. Dann wird sich entscheiden, ob die young bulls erneut die Reise in die Hauptstadt antreten dürfen. Die Gruppe 2 der Hauptrunde wird die bisher ungeschlagene erste Mannschaft von Alba Berlin auf dem ersten Platz beenden. Auf Platz zwei steht Science City Jena. Ein Sieg gegen Münster würde die young bulls also in Richtung Jena schicken.
Foto: Martin König
